Madagaskar

Programmansatz

Der Programmansatz von Aqua Alimenta in Madagaskar bündelt mehrere Projekte unter einer gemeinsamen strategischen Ausrichtung. Im Zentrum stehen Agrarökologie und Lokalisierung als verbindliche Leitprinzipien. Ziel ist es, die Ernährungssicherheit von Kleinbauernfamilien langfristig zu sichern, ihre Klimaresilienz zu stärken und natürliche Ressourcen zu erhalten. Agrarökologische Anbaumethoden, kombiniert mit effizienter Bewässerung, verbessern Bodenfruchtbarkeit, Erträge und reduzieren die Abhängigkeit von externen Inputs. Lokalisierung bedeutet, dass Bäuerinnen und Bauern sowie die lokalen Partnerorganisationen Verantwortung übernehmen, Entscheidungen mitgestalten und eigene Lösungen entwickeln. Der Programmansatz setzt bewusst auf Ausbildung, Wissensaustausch und den Aufbau lokaler Kapazitäten statt auf kurzfristige materielle Unterstützung. Überschüsse aus der landwirtschaftlichen Produktion ermöglichen Einkommen, Ersparnisse und Investitionen. So entsteht ein Entwicklungsprozess, der Autonomie, wirtschaftliche Perspektiven und selbstbestimmtes Handeln im ländlichen Raum Madagaskars stärkt.

Aktuelle Projekte in Madagaskar

Starke Gemeinschaften, grüne Zukunft: Soziale und ökologische Entwicklung in Madagaskar (MAD24A)

  • Januar 2024 – Dezember 2027 (1.Phase)
  • Region Analamanga, Madagaskar
  • 1200 Kleinbauernfamilien und 5000 indirekt Begünstige
  • Association TSIKY’TSIKA

Über 70% der Bevölkerung in Madagaskar lebt in Armut und Mangelernährung ist bei Kindern weit verbreitet. Besonders stark betroffen sind Kleinbauernfamilien. Umweltprobleme wie Bodendegradation, Wassermangel und Klimawandel sind ein Grund dafür. Das Projekt zielt darauf ab, diese Herausforderungen durch Schulungen in Agroökologie und nachhaltiger Bewässerung anzugehen und das Leben der Kleinbauernfamilien nachhaltig zu verbessern.

Die Schulungen werden an die Bedürfnisse der Kleinbauernfamilien angepasst, insbesondere im Bereich der nachhaltigen Bewässerung. Sie werden dabei unterstützt, ihre Produktivität zu steigern, ihr Wissen zu erweitern und nachhaltige Einkommensquellen zu identifizieren. Eine weitere Ursache für die Armut ist die Verschuldung vieler Kleinbauernfamilien. Mit gemeinschaftlichen Sparkassen soll hier Abhilfe geleistet werden. Zudem wird die Solidarität und der Zusammenhalt innerhalb der Gemeinschaften gefördert.

Der ernährende Wald «Zara Ala» – ökologische Agroforstwirtschaft in Madagaskar (MAD24B)

  • Januar 2024 – Dezember 2027 (2.Phase)
  • Region Analamanga, Antananarivo, Madagaskar
  • 150 Kleinbauernfamilien, 3 Primarschulen mit rund 1000 Eltern und den Schulkindern sowie freiwillige Vereine
  • Ecovillage Madagascar, Flora del Gaia

Ziel des Projekts ist es, Bauernfamilien in Antananarivo Nord zu ermächtigen, genügend Nahrungsmittel für die Selbstversorgung zu erzeugen. Der Verein Ecovillage Madagascar wird in Zusammenarbeit mit Flora del Gaia die Lebensgrundlage der Familien durch agrar-forstwirtschaftliche Praktiken stärken. Die Bäume in den Aufforstungen liefern neben Nahrungsmitteln auch Biomasse, um den Boden wieder fruchtbarer zu machen.

Für die Umsetzung der Aktivitäten benötigen die Bauernfamilien Saatgut, Pflanzen und Schulungen. Interessierte Personen können agrar-forstwirtschaftliche Praktiken erlernen. Die Schüler und Schülerinnen profitieren von Umweltbildung und zusätzlichen Freizeitaktivitäten. Wichtiger Bestandteil des Projektes ist der Austausch zwischen den Kleinbauernfamilien, um das erworbene Wissen und vorhandenes Saatgut weiterzugeben.

Mehr als eine gesicherte Ernährung – madagassische Kleinbauernfamilien im Aufbruch (MAD25)

  • Januar 2025 – Dezember 2028 (2. Phase)
  • Haute Matsiatra, Vakinankaratra, Amoron'i Mania, Bongolava, Analamanga, Alaotra Mangoro, Itasy
  • 88 Vereine mit 1800 Mitgliedern
  • Farming & Technology for Africa (FTA)

Das Projekt «Mehr als eine gesicherte Ernährung – madagassische Kleinbauernfamilien im Aufbruch» hat die Verbesserung der Lebensqualität von 1'800 Kleinbauernfamilien und ihrer Umwelt zum Ziel. Der Fokus der Aktivitäten ist auf die Verbesserung der Ernährungssicherheit, des Einkommens und des Umweltschutzes gerichtet.

Das von der lokalen Organisation «Farming & Technology for Africa» getragene Projekt stützt sich auf die Strategie der Befähigung der lokalen Gemeinschaften, die auch als «Ansatz zur Lokalisierung der Entwicklung» bezeichnet wird. Basierend auf den Resultaten der Evaluation der 1. Projektphase (2022-2024) wurde diese 2. Phase entwickelt, die die Empfehlungen zu Stärken und Schwächen aufgenommen, die Zielsetzung verfeinert und die Strategie zur Zielerreichung optimiert hat.

Ausbildungszentren CEDAR für ländliche Entwicklung und Autonomie (MAD26)

  • Januar 2026 – Dezember 2029 (3. Phase)
  • Analamanga, Vakinankaratra et Atsinanana, Madagaskar
  • 2500 Kleinbauernfamilien
  • Ecovillage Madgascar

Das Projekt CEDAR (Centre d'Entraînement au Développement et à l’Autonomie Rurale) ist die dritte Phase des Programms. Nach Aufbau und Expansion seit 2019 steht nun die langfristige Sicherung der erzielten Wirkungen im Zentrum. Ziel ist es, die agroökologischen Ausbildungszentren, die lokalen Strukturen und die bäuerlichen Kompetenzen so zu stabilisieren, dass sie nach Projektabschluss ohne externe Unterstützung weiterwirtschaften können.

Das Projekt richtet sich an 2500 direkt begünstigte Produzentinnen und Produzenten davon rund 60 Prozent Frauen. Zusätzlich profitieren 10’000 indirekte begünstigte Personen, darunter Familienmitglieder, Kleinbauernfamilien in der Nachbarschaft der Interventionszonen und lokale Konsumentinnen und Konsumenten, die die agroökologisch produzierte Lebensmittel beziehen.

Das Projekt wird in den Regionen Analamanga, Vakinankaratra und Atsinanana umgesetzt. Diese Gebiete sind geprägt von kleinbäuerlicher Landwirtschaft, klimatischen Risiken und begrenztem Zugang zu Beratung, Kapital und Märkten.

In der Konsolidierungsphase werden die aufgebauten 16 CEDAR-Zentren gestärkt, lokale Beratungsnetze professionalisiert, Gruppen für gemeinschaftliches Sparen und Investieren gefestigt und der Marktzugang verbessert. Die Umsetzung erfolgt mit der Partnerorganisation Ecovillage Madagascar. Ziel ist ein tragfähiges, lokal verankertes Modell für agroökologische Entwicklung und bäuerliche Autonomie in Madagaskar.

Die Projekte in Madagaskar werden durch einen Kernbeitrag der Deza mitfinanziert.

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