Indien

IN20: Die Bauern von Odisha auf der Überholspur, lokaler Name: Back2Back

Zeitraum: Januar 2020 - Dezember 2023
Region: Distrikte Puri, Nayagarh, Kendrapara, Balangir und Nuaparha, Odisha, Indien
Anzahl begünstigter Familien: 1500
Partnerorganisation: i-Concept Initiatives

Im Agrarstaat Odisha sind über 80 Prozent der Bauernfamilien in der Subsistenzlandwirtschaft tätig und bewirtschaften weniger als eine Hektare Land. Die landwirtschaftliche Produktivität ist gering, da die Kleinbäuerinnen und -bauern überwiegend vom Regenfeldbau abhängig sind und der langjährige Einsatz von chemischen Düngern und Pflanzenschutzmitteln die Bodenfruchtbarkeit ihrer Felder stark beeinträchtigt hat. Ausserdem besitzen die unzureichend organisierten Bauernverbände wenig Verhandlungsgewicht in der Vermarktung ihrer Produkte.

Im Rahmen des Vorgängerprojekts «Back2Back» wurde in vier Distrikten die Ernährungssicherheit von 1500 Kleinbauernfamilien durch angepasste Bewässerung und die Anwendung ökologischer Anbaumethoden verbessert. Die Bäuerinnen und Bauern wurden in sogenannte «Farmer-Producer-Companies» (FPO) organisiert und gezielt ausgebildet, damit sie ihr Gemüse zu besseren Bedingungen verkaufen und Wissen austauschen können. Das Ausbildungs- und Demonstrationszentrum für biologischen Landbau, der Maa Mati Campus, bildet das Herz des Projekts und beherbergt ebenso die Werkstatt für die Herstellung der Bewässerungssysteme. Die Firma Sabujavarna ist für die Vermarktung der Pedalpumpen zuständig, die ab 2020 durch die Indische Regierung subventioniert werden.

Die neue Projektphase, die im Januar 2020 startete, soll das Modell-Projekt in die Unabhängigkeit führen und die Weiterführung und Intensivierung der Aktivitäten gewährleisten: Finanzielle Unabhängigkeit des Maa Mati Campus und von Sabujavarna durch eigene Geschäftstätigkeiten und intensivierte Unterstützung der «Farmer-Producer-Companies» (FPO) durch Ausbildung, Infrastruktur, Vernetzung und Zugang zu Regierungsprogrammen. Die 3000 Kleinbauern werden zudem stetig in agrarökologischen Anbaumethoden weitergebildet und mit Kleinbewässerungstechnologie für die Küchengärten unterstützt, damit die Erträge auch in der Trockenzeit gesteigert und eine vielfältige und ausgewogene Ernährung sichergestellt werden kann. Zur Stärkung der ökologischen Bewegung und zur Beeinflussung der Politik des indischen Bundesstaates Odisha wird zudem die «Odisha Organic Farmer Alliance» gegründet.

IN22: Community Seed Banks

Zeitraum: April 2022 - Dezember 2024
Region: Distrikte Puri, Nayagarh, Kendrapara, Balangir und Nuaparha, Odisha, Indien
Anzahl begünstigter Familien: 5000 Kleinbauernfamilien
Partnerorganisation: i-Concept Initiatives

Eine wichtige Lehre aus der Covid-19 Pandemie ist, dass es für viele Kleinbauernfamilien in Odisha enorm schwierig ist, Zugang zu hochwertigem Saatgut zu erhalten. Deshalb werden im Rahmen eines separaten Projektes sogenannte «Community Seed Banks» aufgebaut, von denen gut 5000 Kleinbauernfamilien des Projekts «die Bauern von Odisha auf der Überholspur» (IN20) profitieren werden. Diese Saatgutbanken dienen einerseits als Lager, um den Bauern und Bäuerinnen Saatgut zugänglich zu machen, andererseits auch als zentrale Anlaufstelle für die Erhaltung der einheimischen genetischen Vielfalt. Eine Saatgutbank erfüllt mehrere Funktionen wie Bewusstseinsbildung und Aufklärung; Dokumentation des traditionellen Wissens; Sammlung, Erzeugung, Verteilung und Austausch von Saatgut; Weitergabe von Wissen und Erfahrungen; Förderung der Agrarökologie; Partizipative Experimente zur Verbesserung von Kulturpflanzen und Einkommen schaffende Aktivitäten für die Mitglieder. Die Saatgutbanken werden von den Kleinbauern und Kleinbäuerinnen selbst verwaltet und sollen nach der dreijährigen Projektlaufzeit ohne externe Hilfe betrieben werden können.

 

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